Hast du dich jemals gefragt, warum deine Zimmerpflanze plötzlich anfängt zu welken, obwohl du alles richtig zu machen scheinst? Vielleicht hast du ihre Position verändert, ohne viel darüber nachzudenken, oder du hast eine kleine Anpassung in ihrer Pflege vorgenommen, die für sie eine große Bedeutung hat. Genau das ist mir kürzlich mit meiner Calathea – liebevoll Berta genannt – passiert. Was als eine schmerzliche Erfahrung mit meiner geliebten Pflanze begann, entpuppte sich als wertvolle Lektion, die ich auf meine Arbeit mit Hunden übertragen konnte.
Hier kannst du den Blogbeitrag auch als Podcast-Folge anhören:
Die Geschichte von Berta: Eine Lektion in Sensibilität
2023:
Ich war am verzweifeln…
„Warum tust du mir das an?“ fragte ich meine Calathea – liebevoll Berta genannt.
Seit einigen Wochen war Berta total unzufrieden, sie verlor immer mehr Blätter, wurde braun und schrumpelig… Und das schmerzte, denn Berta war eigentlich mein ganzer Stolz, eine gar nicht so „einfache“ Zimmerpflanze, die einst eine wirkliche Pracht war.
Ich fluchte und war mit meinem Latein am Ende,.. ich hab Berta geduscht, neue Erde gekauft, Hilfsmittel wie Dünger, und alle klassischen Google-Tipps ausprobiert, aber nichts hat geholfen…
Berta wollte einfach nicht mehr wachsen..
Alles was ich jetzt noch tun konnte war nachdenken und reflektieren.. 🤔
Irgendwas musste ich übersehen…
Dann machte es plötzlich „klick“ und ich fühlte mich wie eine Comic-Figur die plötzlich eine Glühbirne über ihrem Kopf schweben hatte.
„Das ist es!“, dachte ich!
Vor wenigen Wochen hatte ich Bertas Standort verändert, um Platz für Rubys Welpengitter zu schaffen. Ein hübsches Plätzchen mit Aussicht auf den Balkon.
Ich kontrollierte sofort in meiner Pflanzen-App die Standort Bedingungen und siehe da, Berta mag kein direktes Sonnenlicht. 🤦♀️
Es war so offensichtlich.
Direkt vor meinen Augen.
Und trotzdem habe ich es übersehen.
Und soll ich dir etwas verraten?
Genau so blind, wie ich mit Berta war, sind wir auch oft mit unseren Hunden.
Betriebsblind würde man das in der Arbeit nennen. 😅
Wie kleine Veränderungen großen Stress auslösen
Diese Erfahrung brachte mich zum Nachdenken über unsere Hunde. Oftmals sind wir, genauso wie ich es mit Berta war, blind für die kleinen Veränderungen, die große Auswirkungen haben können. Ein neues Möbelstück, veränderte Arbeitszeiten oder sogar eine neue Routine können für unsere Hunde eine erhebliche Stressquelle sein, besonders wenn sie ohnehin schon empfindlich auf Veränderungen reagieren oder unter Trennungsstress leiden.
Was für uns kaum der Rede wert ist, kann für einen Hund, der vielleicht schon ein erhöhtes Stresslevel hat, zum Auslöser eines Supergaus werden. Diese sogenannten „Mikrostressoren“ summieren sich und können das Verhalten und die Gesundheit deines Hundes stark beeinflussen.
Der Zusammenhang zwischen Stress und Gesundheit
Stress ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch direkte Auswirkungen auf die Gesundheit deines Hundes haben. Wusstest du, dass das Stresshormon Cortisol bis zu sieben Tage braucht, um vollständig aus dem Körper eines Hundes abgebaut zu werden? Das bedeutet, dass ein einzelnes stressiges Erlebnis den Hundekörper über eine Woche lang beeinflussen kann.
Langfristig hoher Stress kann zu Verhaltensproblemen, einer geschwächten Immunabwehr und sogar zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen. Deshalb ist es so wichtig, frühzeitig zu erkennen, was unseren Hund stresst und wie wir ihm helfen können, in einen Zustand der Entspannung zurückzufinden.
Wie du den Stresslevel deines Hundes erkennst und reduzierst
Der erste Schritt zur Stressreduktion ist die Beobachtung und Reflexion. Achte darauf, wie dein Hund auf Veränderungen in seinem Umfeld reagiert. Wirkt er nervös, zieht sich zurück oder zeigt er andere Verhaltensänderungen? Dies könnten Anzeichen dafür sein, dass er gestresst ist.
Es ist wichtig, diese Signale ernst zu nehmen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Hier sind einige Tipps, wie du den Stresslevel deines Hundes senken kannst:
- Routinen schaffen: Hunde lieben Routine, denn sie gibt ihnen Sicherheit. Versuche, einen festen Tagesablauf beizubehalten und nur schrittweise Änderungen vorzunehmen, um deinen Hund nicht zu überfordern.
- Entspannungsübungen: Entspannungsübungen wie gezieltes Atmen, Massagen oder spezielle Trainingsmethoden können deinem Hund helfen, Stress abzubauen und wieder zur Ruhe zu kommen.
- Sicherer Rückzugsort: Sorge dafür, dass dein Hund einen sicheren Ort hat, an den er sich zurückziehen kann, wenn ihm alles zu viel wird. Dieser Rückzugsort sollte ruhig und frei von störenden Einflüssen sein.
- Positive Verstärkung: Belohne deinen Hund für entspanntes Verhalten. Positive Verstärkung hilft ihm, das Gefühl der Ruhe und Sicherheit mit bestimmten Situationen zu verbinden.
- Stressfaktoren identifizieren: Führe ein Stress-Tagebuch für deinen Hund. Notiere dir, wann und in welchen Situationen dein Hund gestresst wirkt, um mögliche Auslöser zu identifizieren.
Der erste Schritt zum stressfreien Alleinbleiben
Wenn dein Hund unter Trennungsstress leidet, ist es besonders wichtig, zuerst das allgemeine Stresslevel zu senken. Ein gestresster Hund wird es schwerer haben, alleine zu bleiben, ohne in Panik zu geraten. Beginne daher damit, die Stressfaktoren in seinem Alltag zu reduzieren und ihm durch Entspannungsübungen zu helfen, zur Ruhe zu kommen.
Erst wenn dein Hund in einem Zustand der „Grund-Entspannung“ ist, kannst du damit beginnen, ihn Schritt für Schritt an das Alleinbleiben zu gewöhnen. Dies erfordert Geduld, aber es ist ein entscheidender Schritt, um langfristige Erfolge zu erzielen.
Wie dein Alleine-Bleib-Training endlich Früchte trägt, erfährst du übrigens in meinem Secret Podcast. Hier kannst du dich kostenfrei anmelden: https://vollzeit4beiner.at/secret
Schlussgedanken: Was wir von Berta lernen können
Die Geschichte von Berta hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, sensibel auf die Bedürfnisse unserer Hunde einzugehen. Genau wie meine Calathea auf den Standortwechsel reagiert hat, reagieren auch unsere Hunde auf Veränderungen in ihrer Umgebung. Indem wir aufmerksam sind und die kleinen Signale ernst nehmen, können wir ihnen helfen, stressige Situationen besser zu bewältigen und ein glücklicheres, entspannteres Leben zu führen.
Also, wenn du das nächste Mal feststellst, dass dein Hund gestresst ist oder sich ungewöhnlich verhält, nimm dir einen Moment Zeit, um zu reflektieren. Welche Veränderungen könnten den Stress ausgelöst haben? Was kannst du tun, um ihm zu helfen? Mit der richtigen „Pflege“ – genauso wie bei Berta – kann dein Hund wieder aufblühen und in voller Pracht strahlen.
Und denk daran: Manchmal sind es die kleinen Dinge, die den größten Unterschied machen.
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Alles liebe,